Eine filmisch-musikalische Reanimation der „Symphonie des Grauens“ zum Abschluss des diesjähirgen Park- & Schlossfestes Greiz.

Sonntag, 12. Juni 2022 - 20.00 Uhr
Vogtlandhalle Greiz

Adresse

Vogtlandhalle

Carolinenstraße 15
07973 Greiz

Eintrittskarten

Vogtlandhalle 03661-62880
Tourist-Info -689815

Graf Orlok


Graf Orlok

Ellen Hutter


Ellen Hutter

100 Jahre nach seiner Fertigstellung gehört „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ immer noch zu den Klassikern der Filmgeschichte. Der deutsche Stummfilm gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Kinos der Weimarer Republik und ist einer der ersten Horrorfilme überhaupt.
Die gruseligen Volkssagen um Untote und Vampire faszinieren die Menschen schon lange. So auch Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau, der unautorisiert Bram Stokers Dracula adaptierte, welcher nun Graf Orlok (Max Schreck) heißt und in Liebe zur schönen Ellen (Greta Schröder) Unheil über die Stadt Wisborg bringt. Dabei dreht Murnau statt vor damals üblicherweise gemalten Kulissen an echten Schauplätzen, reist samt Crew sogar in die Karpaten und verleiht dem Unheimlichen durch schaurige Naturaufnahmen einen spürbaren Realismus.
Da es noch nicht möglich war, Bild und Ton synchron aufzunehmen, wurde das fehlende gesprochene Wort durch eingeblendete Zwischentitel ersetzt und die den Film begleitende „fantastisch-romantische Suite“ von Komponist Hans Erdmann von einem Orchester live gespielt.
Die neuartigen Bilder und die Musik entführten die Zuschauer tief in die mystische Welt des schaurigen Grafen und brachten begeisterte Kritiken hervor. Doch der Film wurde zum finanziellen Desaster. Immense Produktionskosten, noch höhere Werbeausgaben und die Weigerung der UFA, den Film in die großen Kinos zu bringen, trieben die Produktionsfirma nur drei Monate nach der Uraufführung (4. März 1922, Berliner Marmorsaal) in die Pleite. Nachdem Stokers Witwe 1925 vor Gericht ein Urteil zur Vernichtung sämtlicher Kopien erwirkte, fanden sich nur noch im Ausland wenige verschiedene Fassungen, die spätere Rekonstruktionen dennoch möglich machten.
Eine davon bringt die Vogtland Philharmonie unter Mitwirkung von fast 60 Musikern nun zurück auf die Leinwand und vertont den Kultstreifen unter Leitung ihres Chefdirigenten Dorian Keilhack wie zu Murnaus Zeiten live. Dabei wird der Film über originale Kinoprojektoren abgespielt, so dass der Orchesterklang durch das nostaligische Rattern der analogen Technik begleitet wird.

Wer sich noch mehr Lust auf das Live-Event holen möchte, sollte unbedingt einmal in der arte-Mediathek vorbeischauen. In "Nosferatu - Ein Film wie ein Vampir" blickt die Hauptfigur selbst auf uns und die vergangenen Jahrzehnte - eine interessant-skurrile Aufarbeitung der Geschichte zur Geschichte und eine sinngebende Einordnung in die damalige Zeit.

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